Blaues Gold: Wie wertvoll ist Wasser als Rohstoff?

von Noella Kalasa

übersetzt von Loys Hollein

Goldman Sachs nannte Wasser das Petroleum des nächsten Jahrhunderts. Erdöl kostet 1,21$ pro Gallone. Die gleiche Menge Flaschenwasser kostet 1,22$. Wie fossile Brennstoffe sind auch die Wasservorräte auf der Welt gefährdet. Allerdings im Gegensatz zu Petroleum, wenn die Wasservorräte auslaufen, können wir auf keine Alternative zurückgreifen. Wir brauchen Wasser, um zu überleben und mit der Weltbevölkerung steigt auch der Bedarf an Trink- und Abwasser. Städte und Ballungsgebiete werden voraussichtlich 6,3 Milliarden Menschen bis 2050 beherbergen, fast die doppelte Anzahl der 3,4 Milliarden Einwohner im Jahr 2009. Der World Wildlife Fund schätzt, dass bis 2025 zwei Drittel der globalen Bevölkerung in Gebieten mit Wassermangel leben werden.

Nachhaltiges Entwicklungsziel Nummer Sechs verfolgt die Sicherung von verfügbarem und nachhaltigem Management von Wasser und Sanitäranlagen für alle. Es wird eine Investition in Infrastruktur von ungefähr 449 Milliarden Dollar pro Jahr kosten, um die Ziele der SDG bis 2030 zu erreichen. Klimawandel ist ein Katalysator für dieses Problem, da Schaden von Überflutung (was 120 Milliarden Dollar pro Jahr kostet) und Dürren nur steigen werden. Das ist so, weil um Wasser direkt zu transportieren und zu speichern, müssen Speicher und Rohrleitungen erworben, installiert und beibehalten werden. Wer trägt diese Verantwortung?

Die SDGs machen keine Angabe, ob Staaten verantwortlich für ihr Wasser sind. Wasser wurde zu einer extrem wertvollen Ware und mit dem steigenden Preis von verfügbaren Wasserquellen, steht immer mehr Gebieten auf der Erde eine wirtschaftliche Wasserknappheit bevor. Die prozentuale Steigung der Wasserpreise pro Jahr in den Vereinigten Staaten fiel nicht unter 4% seit 2010. Im Vereinigten Königreich versprach Jeremy Corbyn, der Leiter der Labour Party, die Wasserfirmen zu nationalisieren, was Wasser billiger macht.

Wie von der World Bank geschätzt, wird die Welt bis 2030 ein 40% Defizit zwischen Vorrat und Nachfrage erfahren. Der abnehmende Wasservorrat wird hauptsächlich von Grundwassersystemen und grenzübergreifenden Stromgebieten versorgt. Von diesen Stromgebieten wurden 2017 nur 59% von operativen Maßnahmen beschützt. Laut der Daten der Vereinten Nationen, teilen 62 von 153 Ländern grenzübergreifende Gewässer, was Konflikte zwischen Nationen und soziale Unruhe entfacht. Wasserverwaltungsstrategien, Armut und Machtbeziehungen wurden von dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen als die Gründe der Wasserkrise identifiziert. Diese Probleme sind tief in der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung der Länder verwurzelt und können möglicherweise mit einer GDP Steigerung gelöst werden. Allerdings ist Wirtschaft extrem abhängig von Wasser. Für Landwirtschaft, Chemikalien, Bergbau, Energie, Tourismus und Sanitäranlagen ist Wasser Blaues Gold. Für das Wachstum einer Industrie ist Wasser nötig. Wachsende Ballungsgebiete mit einer steigenden Bevölkerung benötigen Wasser zum Trinken, Kochen, für die Reinigung und für Sanitäranlagen in der Stadt. Außerdem benutzen zentrale Industrien Wasser als Rohmaterial, Kühlflüssigkeit und als Transportmöglichkeit. Das heißt, dass Wassermangel die Unfähigkeit zur Industrialisierung zur Folge hat, und deswegen haben Kooperationen begonnen, um diese knapper werdende Ressource zu konkurrieren.

Das Herz des Blauen Gold-Geschäfts liegt in dem virtuellen Wasserhandel. Es gibt keinen globalen Markt oder Preis für Wasser. Wasserreiche Regionen wie Amerika, Australien und Osteuropa handeln wasserintensive Waren mit Regionen, welche Wasser benötigen wie Westeuropa, welches zwischen 2014 und 2015 eine Steigerung von 10% der Wasserknappheit erfahren hat. In den einzelnen Ländern wird Wasser auch von landwirtschaftlichen Zentren zu Ballungsgebieten und industriellen Sektoren ausgetauscht. Landwirtschaft ist für 70% des globalen Abwassers verantwortlich und der wirtschaftliche Profit von künstlich bewässerten Land ist doppelt so hoch wie der von Regen abhängigen Feldfrüchten. Kommerzielle Landwirtschaft in Entwicklungsländern verschlimmert nicht nur die Wasserkrise wegen dem Ausmaß des Wasserkonsums, aber auch wegen konsequenter Verschmutzung durch landwirtschaftliches Abwasser. Genauso ist es sehr schwierig für Länder einen Schritt in Richtung zukunftsfähige Wasserproduktion zu gehen ohne vorhandenes Wasser.

Man weiß, dass Petroleum viele Kriege antreibt, wegen dem Wert als Handelsware und als ökologische Ressource. Eine Studie des Pazifischen Instituts in den 1980ern hat über die Jahre hundert Gegenden identifiziert, wo Wasser eine Waffe oder Grund in lokalen oder internationalen Konflikten ist. Wasserquellen sind nun die Quelle für Krieg. Blaues Gold, wie das Gegenstück, Erdöl ist mit dem Makel von Konflikten beschmutzt und der Preis steigt.

Das Polarmeer: Wie wird sich das Abschmelzen der Arktis auf die Anrainer auswirken?

von von Kresten Due

übersetzt von Lara Pallek und Wijdan Khurdok-Jawabra

Das Eis des Arktischen Ozeans taut auf. Die Daten zeigen, dass die Oberfläche des Eises des Arktischen Ozeans im Durchschnitt kontinuierlich abgenommen hat. Im Dezember 2018 war die Eisbedeckung etwa 4,6 Millionen Quadratmeter, was etwa 980.000 Quadratmeilen unter dem Dezember-Durchschnitt zwischen 1981 und 2010 liegt. Obwohl der Anstieg des Meeresspiegels sowohl für die Tierwelt als auch für die Menschen eine Bedrohung darstellt, wird das Abschmelzen der Arktis den Handel erleichtern und den Zugang zu natürlichen Ressourcen erleichtern.

Das Auftauen des Eises könnte möglicherweise dazu führen, dass neben der bestehenden Nordostpassage, die der russischen Küstenlinie von/nach Murmansk (Russische Föderation) und Kirkenes (Norwegen) folgt, sowie der Nordwestpassage, die der kanadischen und US Küste von/nach Baffin Bay folgt, eine dritte zentrale arktische Schifffahrtsstraße eingerichtet wird. Diese dritte Schifffahrtsroute würde direkt durch den Arktischen Ozean führen.

Es wurden verschiedene Schätzungen vorgenommen, um zu messen, inwieweit der Handel nach verschiedene Klimavorhersagemodelle zunehmen wird. Selbst wenn sich die Staaten an das Pariser Abkommen mit niedrigen Emissionen halten, wären bis Mitte des Jahrhunderts bereits 40% der Tage im September statt derzeit 20% durch den Arktischen Ozean schiffbar. Im späten Jahrhundert würde sich die Anzahl der Tage auf etwa 50% erhöhen. Wenn die Länder die Emissionen nicht senken und stattdessen "business as usual" einhalten, wird der Arktische Ozean bis Mitte des Jahrhunderts schätzungsweise 75% der Tage im September schiffbar sein. Im späten Jahrhundert wird die Anzahl der Tage im September auf fast 100% steigen. Dies bedeutet eine erhebliche Steigerung des Versandpotenzials.

Die oben genannten Vorhersagen zeigen eine Schlüsselentwicklung der arktischen Meeresschmelzung: billigerer Handel. Durch das Auftauen des arktischen Meeres können mehr OW-Schiffe (Open Water) über das Meer fahren. Diese sind in der Regel deutlich günstiger als die alternativen PC6-Schiffe (Polar Class 6), die zur Navigation durch Meereis gebaut wurden. Die wirtschaftlichen Vorteile für die arktischen und nicht arktischen Nationen wären groß. Erreichbarere Schifffahrtsrouten in der Arktis werden wahrscheinlich den Handel zwischen arktischen und nicht-arktischen Nationen erhöhen. Die Schifffahrtsroute von Yokohama nach Rotterdam über den Suezkanal ist etwa 11.200 Seemeilen lang. Schiffe, die die Arktis-Route nutzen, müssen jedoch nur 6.500 Seemeilen zurücklegen. Die kürzere Entfernung würde die Fahrzeit um etwa zwei Wochen verkürzen. Im Jahr 2017 wurden rund 9,7 Millionen Tonnen Fracht auf der Nordostpassage verschifft. Bis 2024 hofft die russische Regierung, die Zahl auf 80 Millionen Tonnen zu erhöhen.

Neben der Schaffung einer neuen Handelsroute wird eine eisfreie Arktis die Gewinnung riesiger Öl- und Erdgasvorkommen in diesem Gebiet einfacher und billiger machen. Es wird geschätzt, dass die Arktis etwa 22% der Erdvorräte hält, wobei 87% (oder 360 Milliarden Barrel Öläquivalent) in sieben Hauptstandorten der Arktis noch unerforscht sind.

Das Forschungsunternehmen ist gerade sehr teuer, da es eine besondere Ausrüstung erfordert, um es unter den eisigen Bedingungen durchzuführen. Außer Öl und Gas kommen im Polarmeer folgende Mineralien vor: Apatit, keramische Rohmaterialien, Kohle, Kobalt, Kupfer, Diamanten, Gold, Gips, Eisen, Blei, Glimmer, Molybdän, Nickel, Platin, seltene Erdmetalle, Titan, Palladium, Salz, Silber, Zinn, Uran und Zink. Im Oktober 2018 wurde ein Moratorium (das ,,Abkommen betreffend die arktische Hochsee”) betreffend die gewerbsmäßige Fischerei in weiten Teilen des Polarmeeres von den Vereinigten Staaten, Russland, Kanada, Norwegen, Dänemark, Island, Japan, Südkorea, China und der EU unterschrieben, mehr Zeit für die weitere Auswertung des Ökosystems zu haben.

Die Gebietsrechte im Polarmeer sind kompliziert. Ein großer Teil des Gebietes wird von der Russischen Föderation, Island, Norwegen, Dänemark, den Vereinigten Staaten und Kanada beansprucht. Ansprüche werden auch auf Gebiete außerhalb der in der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen vereinbarten ausschließlichen Wirtschaftszone jenseits von 200 Seemeilen mit Bezug auf den Festlandsockel erhoben. Andere Interessengruppen in der Region, von denen einige Beobachterstatus im Arktischen Rat haben, werden höchstwahrscheinlich nicht sehr viele über die Schiffahrt hinausgehende Rechte in der Arktis haben. Insbesondere große Staaten wie Russland und die Vereinigten Staaten haben in den vergangenen Jahren ihre militärische Präsenz ausgebaut. Sicherheitsexperten glauben, dass ein Land wie die Vereinigten Staaten seine militärische Präsenz in der Arktis wesentlich ausbauen müsste, um mit Russland mithalten zu können.

Die Benutzung des Polarmeers ist in der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen geregelt. Zudem ist der Arktische Rat ein zwischenstaatliches Forum, welches die ,,Kooperation, Koordination und den Umgang zwischen den arktischen Staaten, arktischen indigenen Gemeinschaften und anderen Bewohnern der Arktis” unterstützt. Der Arktische Rat hat acht Mitgliedstaaten: Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, die Russische Föderation, Schweden und die Vereinigten Staaten. Als wichtige Interessengruppen sind die indigenen Völker ständige Teilnehmer im Arktischen Rat. Diese umfassen die Internationale Vereinigung der Aleuten, den Arktischen Athabaskan Rat, den Internationalen Gwich’in Rat, den arktisumfassenden Rat der Inuit, die russische Vereinigung der indigenen Völker des Nordens und den Rat der Saami. Der Schwerpunkt der Arbeit des Arktischen Rates ist die nachhaltige Entwicklung und der Umweltschutz der Arktis. Der Arktische Rat ist als Forum auf finanzielle Zuwendungen und die Bestimmung seines Arbeitsprogramms durch seine Mitgliedsstaaten angewiesen. Die Rechte der indigenen Völker werden durch die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker weiter gestärkt, welche ihnen unter anderem die Kontrolle ihres angestammten Landes, ihres Territoriums und ihrer Naturschätze zugesteht.

Als Fazit bleibt, dass obwohl andere externe Faktoren wie z.B. die Erhöhung der Meeresspiegel weniger ins Gewicht fallen, das Abtauen der Arktis zweifellos einen Wirtschaftsaufschwung auslösen wird, welcher Schiffswege eröffnen und den internationalen Handel verbilligen könnte. Abgesehen davon wird sich die Anzahl der Hauptinteressengruppen in der Arktis über die Anzahl der Mitglieder des Arktischen Rates hinaus erhöhen, was möglicherweise die geopolitischen Spannungen im Hinblick auf die ausschließliche Wirtschaftszone, die strategisch wichtigen Naturschätze, den Handel und sogar die militärische Präsenz verschärfen könnte.

Klimaflüchtlinge: Wie werden Wasserprobleme zu einer Vertreibung von Menschen führen?

von Paloma Delgado

übersetzt von Nino Di Giuseppe

Dem United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) zufolge wird ein Flüchtling als „jemand, der aufgrund von Verfolgung, Krieg oder Gewalt aus seinem Land fliehen musste“ definiert. Gemäß dieser Definition gibt es heute weltweit 65,6 Millionen Flüchtlinge. Davon sind 24 Millionen aufgrund klimabedingter Ursachen intern und extern vertrieben geworden, vor allem aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels, der zu Überschwemmungen geführt hat. Allein in den USA ist die jährliche Überschwemmung seit 2000 um bis zu 250% gestiegen. Während diese Menschen eindeutig aus ihren Häusern vertrieben werden und als Flüchtlinge gelten, gibt es keine formale Definition für einen Klimaflüchtling. Diese fehlende Anerkennung schließt sie vom Schutz des internationalen Flüchtlingsrechts aus.

Die wasserbedingten Hauptfolgen der Klimaänderung sind der Anstieg des Meeresspiegels, die Versauerung der Meere, Änderungen der Niederschlagsmuster, Dürren und eine erhöhte Neigung zu Wirbelstürmen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist der am häufigsten genannte Auslöser für die Bevölkerungsverdrängung aufgrund des Klimawandels, da einige zuvor bewohnbare Städte und Länder jetzt überschwemmt sind. 634 Millionen Menschen weltweit sind dadurch von Vertreibung bedroht. Es ist wichtig anzumerken, dass derzeit jeder Zehnte in einer Küstenregion der Welt lebt. Die Länder, die am stärksten durch Bevölkerungsvertreibungen gefährdet sind, sind in Südostasien, einschließlich Indien, Vietnam, Indonesien und Bangladesch. Allein in Bangladesch werden jedes Jahr hunderttausende Menschen aufgrund von Küstenfluten gewaltsam vertrieben.

Klimaflüchtlinge sind nicht auf einen bestimmten Kontinent begrenzt. Die Stadt Miami ist bedroht, bald überschwemmt zu werden und es gibt bereits das ganze Jahr über Sturzfluten. Diese Überschwemmungen können nicht nur Schäden an Straßen, Häusern, Tunneln usw. verursachen, sondern sie gefährden auch die lokalen Trinkwasserquellen. Diese Kombination wird möglicherweise bestimmte Gebiete in Miami unbewohnbar machen und die Stadt wird möglicherweise unter Wasser stehen. Danach werden die Einwohner von Miami gezwungen sein, in andere Teile Floridas oder sogar in andere Bundesstaaten der USA zu ziehen.

Das Land Kiribati im Pazifik ist ein weiteres Paradebeispiel der Folgen des Klimawandels für unfreiwillige Migration. Kiribati ist mit 119.548 Einwohnern eine kleine Inselrepublik in Ozeanien, die bereits unter Wasser liegt. Die Weltbank sagt voraus, dass im Jahr 2050 die Hälfte der Insel Bikenibeu in Kiribati vollständig überflutet sein wird. Ähnlich wie in Miami ist Kiribati ganzjährig mit Überschwemmungen konfrontiert, die oft Abwässer wegspülen, ihr Trinkwasser verseuchen und die Verwüstung ihrer ohnehin brüchigen Wirtschaft verursachen. Darüber hinaus hat die Erwärmung der Meerestemperatur die Korallenriffe rund um die Inselrepublik angegriffen, sodass stärkere Wellen die Küsten beschädigen können. Dies würde die Erosion weiter fördern und möglicherweise ihre Nahrungsversorgung stören, da der Großteil der Fische, die sie verbrauchen, in den empfindlichen Gegenden der Korallenriffe gefunden wird. Das Land leidet an allen Fronten stark unter den Auswirkungen des Klimawandels, was es sehr schwierig und in manchen Gegenden unmöglich macht, zu leben. Die Regierung Kiribatis hat die Bedrohung des Klimawandels erkannt und Schritte unternommen, um die Bürger umzusiedeln. Vor kurzem kaufte die Regierung auf Fidschi, einer Nachbarinsel, rund 6000 Hektar Land, um dorthin Klimaflüchtlinge aus Kiribati umzusiedeln. Abgesehen davon haben sie ihre Einwohner (vor allem diejenigen mit erwerbsfähigen Arbeitsfähigkeiten) dazu aufgefordert, die Inseln zu verlassen, bevor es zu spät ist.

Obwohl zwischen Kiribati und Miami einige deutliche Ähnlichkeiten bestehen, ist es unbedingt notwendig zu beachten, dass Kiribati als Land mit niedrigem Einkommen gilt. Kiribatis Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 196,2 Millionen USD, während die USA ein BIP von 19,2 Billionen USD haben. Viele der Menschen, die auf den Inseln zu finden sind, verfügen nicht über die Mittel, um umzusiedeln oder ein neues Leben zu beginnen. Für die Menschen in Miami wäre es viel einfacher, den Folgen des Meeresspiegelanstiegs zu entkommen. Dieser Gegensatz bringt ein wichtiges Konzept in den Vordergrund, nämlich die Klimagerechtigkeit.

Klimagerechtigkeit bezieht sich darauf, die Verantwortlichen für den Klimawandel verantwortlich zu machen und den Betroffenen Gerechtigkeit zu verleihen. Kernländer (oder Länder mit höherem Einkommen) sind aufgrund ihres verstärkten Einsatzes fossiler Brennstoffe und anderer schwerer Schadstoffe die Hauptgründe für den Klimawandel. Am stärksten betroffen sind jedoch die Menschen in den Peripherieländern, also Menschen mit niedrigem Einkommen.

In vielen Ländern südlich der Sahara sehen wir erneut die ungerechten Auswirkungen des Klimawandels. In Ländern wie der Elfenbeinküste, Sudan und Südafrika herrscht derzeit „Wasserstress“, der sich auf wirtschaftliche, soziale und politische Probleme bezieht, die durch Wassermangel verursacht werden. In einfachen Worten bezieht sich Wasserstress auf die Auswirkungen von Dürren oder Wasserbeschränkungen auf eine Bevölkerung. Die Elfenbeinküste spaltete sich vor einigen Jahren in einem Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden; ein Konflikt, der dazu führte, dass einige Menschen aufgrund unbezahlter Wasserrechnungen keinen Zugang zu Wasser hatten, da die sinkende Wasserversorgung den Anstieg der Preise verursachte. Dies führte zu einem erhöhten Risiko, dass Menschen an Cholera erkrankten, da sie aus fragwürdigen, unhygienischen Wasserquellen versorgt wurden. Im vergangenen Sommer litten verschiedene südafrikanische Städte unter einem unglaublichen Mangel an Trinkwasser, verursacht durch eine landesweite Dürre und die Misswirtschaft des begrenzten Angebots durch die Regierung. Vor diesem Sommer wurden 35% des Durban-Wassers aufgrund seiner Unzugänglichkeit auf illegale Weise zugänglich. In Kapstadt mussten vier Millionen Menschen täglich in Wasserverteilungszentren anstehen, um Wasserationen zu erhalten. Letztendlich werden diese Länder und andere Länder mit noch stärkeren Dürren konfrontiert werden, was zu einer Zunahme der Klimaflüchtlinge auf der Suche nach Wasser führen könnte.

Insgesamt wirkt sich der Klimawandel eindeutig negativ auf die Flüchtlingsbevölkerung der Welt aus. Überschwemmungen, Dürreperioden, Versauerung der Meere und mehr sind heute die Hauptursachen für die Vertreibung von Menschen in aller Welt, insbesondere der wirtschaftlich Schwächsten. Diese Menschen tragen derzeit die Last des Klimawandels, während die Hauptverantwortlichen weiterhin meist in Frieden leben.

Rechtsruck: Wie ist der Zusammenhang zwischen Klimaflüchtlingen und dem Aufstieg rechter Politiker?

von von Isabelle Jaber

vonübersetzt von Alessandro Anton

Die Auswirkungen des Klimawandels -insbesondere die Auswirkungen auf Wasserkonflikte- nehmen weiter zu, ein neuer Bericht der Weltbank kam zu dem Ergebnis, dass die Anzahl der Klimaflüchtlinge bis auf mehr als 143 Millionen Menschen zunehmen wird. Klimaflüchtlinge, auch Umweltflüchtlinge genannt, sind Menschen, die ihre bestehenden Gemeinschaften aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels und der globalen Erwärmung verlassen müssen, die von Natur aus und durch anthropogene Aktivitäten verursacht werden. Der jüngste Anstieg der Klimaflüchtlinge hat auch den Aufstieg der Rechtsextremen in Europa und Amerika zur Folge.

Eine Studie wurde kürzlich in dem Journal ,,Science" veröffentlicht, die von der gemeinsamen Forschungsstelle der EU initiiert und größtenteils finanziert wurde und von Wissenschaftlern der Columbia University in New York geleitet wurde. Die Autoren der Studie untersuchten Asylanträge in der EU aus 103 Ländern zwischen 2000 und 2014, wobei die Anträge im Durchschnitt mehr als 350.000 pro Jahr betrugen. Sie verglichen die Anwendungen mit Informationen über Umweltfaktoren wie Temperatur und Wetter und korrigierten die Daten um Faktoren wie Konflikte und politische Turbulenzen. Dabei entdeckten sie einen Trend, der mit dem Wetter und den Veränderungen in der Zahl der Asylanträge korrelierte. Zum Beispiel zeigen Länder mit Durchschnittstemperaturen um 20℃ -die optimale Temperatur für den Anbau vieler Kulturen- eine höhere Anzahl von Anwendungen, während es weniger Asylbewerber aus Gebieten mit kühleren Temperaturen gibt.

Die rasante Zuwanderung aus Europa hat rechtsextremen politischen Bewegungen Leben eingehaucht. In ganz Europa wurde Anti-Einwanderer-Rhetorik verwendet, um die Kampagnen rechtsextremer, nationalistischer und politischer Parteien anzuheizen. Erst vor fünf Jahren gegründet, trat 2017 erstmals die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) in den Bundestag ein. Seit ihrer Gründung hat sie sich für eine strikte einwanderungsfeindliche Politik eingesetzt und aufgrund des Einfluss des Islams in Angst und Schrecken versetzt. Ihr Erfolg wurde als Zeichen der Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel gesehen. Auf dem Höhepunkt der Migrationskrise hob Frau Merkel 2015 die Grenzkontrollen auf und fast eine Million Menschen kamen ins Land hinein, viele von ihnen Muslime aus Syrien, Irak und Afghanistan. Eine rechtsextreme Partei im benachbarten Österreich hat einen noch größeren Erfolg erlebt als die AfD. Inzwischen gilt in Deutschland die Migrationskrise als Schlüssel zu ihrem Erfolg und als Thema, für das sie lange gekämpft hat. Der konservative Bundeskanzler Sebastian Kurz schwor eine harte Linie bei der Einwanderung, die FPÖ warf ihm im Wahlkampf sogar vor, ihre Politik zu stehlen. In Schweden haben die Anti-immigration Sweden Democrats (SD) bei den Wahlen 2018, bei denen Sie etwa 18% der Stimmen gewonnen haben, deutliche Gewinne erzielt, gegenüber 12,9% beim letzten Mal. Die Zentrale-Links-Sozialdemokratische Partei von Ministerpräsident Stefan Löfven hat mittlerweile an Wahlstimmen verloren. Die Sozialdemokraten sind eine Partei mit großzügiger sozialer Wohlfahrt und Toleranz gegenüber Minderheiten, während die SD sich gegen Multikulturalismus stellt und strenge Einwanderungskontrollen befürwortet. Diese Zunahme der Popularität rechtsextremer, nationalistischer Parteien ist in vielen Ländern Europas zu beobachten. In Ungarn beispielsweise gewann Viktor Orban 133 von 199 Sitzen für die rechtsextreme Fidesz-KDNP-Partei. Während sie in Slowenien weiterhin Anti-Einwanderungs-Rhetorik verwenden, um ihre Popularität als eine Anti-Immigranten Slowenische Demokraten Partei (SDS) zu erhöhen. Was Italien betrifft, so hat die neue Regierung dieselben Antimigrationsmaßnahmen beibehalten, die im Wahlkampf ergriffen wurden, wo sich die Einwanderungsreformen im Oberhaus des Parlaments weiter etabliert haben. Die starke Anti-Einwanderungs-Haltung der Five Star League beinhaltet aktuelle Pläne für Massenabschiebungen von Migranten, die nicht dokumentiert sind.

Die anhaltend rasche Einwanderung kann eine zusätzliche Unterstützung für rechtsextreme Parteien und die ethnisch-nationalistischen Identitäten fördern, die sie unterstützen. Daraus wird deutlich, dass die Migrationskrise genutzt wird, um die rechtsextremen, nationalistischen politischen Parteien in Europa anzuheizen. Die Entwicklung der Flüchtlingskrise in Europa hat sich seit den 1990er Jahren verändert, da sich ein großer Perspektivwechsel vollzogen hat. In den Jahren 1991 und 1992 ging es bei den Bosniern vor allem um logistische Probleme. Das Problem sei auf einen großen Zustrom von Migranten in zu kurzer Zeit zurückzuführen. Doch anders als in den vergangenen Jahren wollte die Mehrheit helfen, da Flüchtlinge positiv gesehen wurden. Im Jahr 2015 hatten Flüchtlinge eine negative Konnotation, weil Sie mehr als Bedrohung gesehen wurden. Die Tatsache, dass viele der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, fliehen, um den Auswirkungen des Klimawandels zu entkommen, genauer gesagt Fragen der Wasserknappheit, ist eine der Möglichkeiten, dass der Klimawandel den Aufstieg der Rechtsextremen in Europa verstärkt.

Sterbende Ozeane

übersetzt von Emma Gill

Eine der wertvollsten Quellen der Welt sind Ozeane, die über 70% der Erdoberfläche bedecken. Sie bieten einen Überfluss an lebensnotwendigen Ressourcen wie zum Beispiel Mineralien, Ölen und Nahrung. Ozeane regulieren unser Klima, indem sie über die Hälfte des vorhandenen Sauerstoffs produzieren, sowie 50 mal mehr CO2 speichern als unsere Atmosphäre. Doch diese Ozeane, auf die wir angewiesen sind, werden in einem alarmierend schnellen Tempo verschmutzt. Ozeanverschmutzung geschieht durch die Verbreitung von schädlichen Substanzen wie zum Beispiel Öl, Plastik, chemischen Partikeln, sowie industriellem und landwirtschaftlichem Abfall. Dies hat einen verheerenden Einfluss auf das Ökosystem unserer Welt./p>

Plastikverschmutzung in den Ozeanen kommt nahezu von überall. Dennoch tragen einige Regionen mehr zu diesem Problem bei als andere. Fünf Länder in Asien (China, Indonesien, die Philippinen, Thailand und Vietnam) produzieren schätzungsweise 60% des Plastiks in den Ozeanen. Es wurde ebenfalls geschätzt, dass 90% des Plastiks aus nur zehn Flüssen kommt. Dr. Christian Schmidt, Autor des UFZ, schlussfolgerte, dass dies an den hoch besiedelten Regionen um die Flüsse und dem dort herrschenden Mangel eines guten Abfallsystems liegen könnte. Zum Beispiel ist der Yangtze Fluss der größte Plastikträger, der in den Ozean fließt. Dies liegt daran, dass das Flussbecken fast 500 Millionen Menschen beherbergt.

Jedes Jahr werden weltweit über 260 Millionen Tonnen von Plastik hergestellt. Jedes Jahr steigt diese Nummer drastisch wegen dem Anstieg des Konsums und der Herstellung von Plastikprodukten für den Alltagsverbrauch. In den letzten 50 Jahren steigerte sich die Plastikproduktion von 15 Millionen Tonnen im Jahr 1964 auf 311 Millionen Tonnen im Jahr 2014 und es wird erwartet, dass sie sich in den nächsten 20 Jahren verdoppelt. Die Bequemlichkeit des Plastikgebrauchs ist wahrscheinlich Teil des Grundes, weshalb Plastikmüll ein globales Problem geworden ist. Seine Nutzbarkeit hat die Menschheit veranlagt, einen unnachhaltigen Lebensstil zu führen. Schätzungsweise 50% des Plastiks wird einmal verwendet, bevor es weggeworfen wird. Laut eines Greenpeace Berichts, landen davon weitere 10% im Ozean. Im Jahr 2006 schätzte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, dass jede Quadratmeile des Ozeans über 46 000 schwimmende Plastikpartikel enthält. Eine aktuellere Studie aus 2017 schätzte, dass 1,15 bis 2,41 Millionen Tonnen Plastik jährlich durch Flüsse in den Ozean gelangen.

Die meisten hergestellten Kleidungsstücke bestehen aus künstlichen Textilfasern: Fasern, die komplett aus Chemikalien bestehen und sehr umweltschädlich sind. Künstliche Textilfasern sind nicht biologisch abbaubar (im Gegensatz zu natürlichen Textilien) und neigen dazu, sich mit schädlichen Chemikalien im Abwasser, wie zum Beispiel Pestiziden oder Brandschutzmitteln, zu verbinden. Plastik ist eine dieser Fasern. Diese Fasern machen einen Großteil der Plastikverschmutzung in den Ozeanen aus, da sie klein genug sind, um von Tieren konsumiert zu werden. Studien der University of Minnesota School of Public Health zeigen Gesundheitsprobleme unter Plankton und anderen kleinen Organismen, die Mikrofasern verspeisen, welche sich anschließend die Nahrungskette hocharbeiten. Eine neue Studie zeigte, dass mehr als 80% der Salzwasserproben, die aus fünf verschiedenen Kontinenten genommen wurden, Plastikfasern enthalten. Es gibt ebenfalls Milliarden von mikroskopischen Perlen im Ozean die auch Mikroperlen genannt werden. Mikroperlen kann man in Produkten wie zum Beispiel Gesichtsreinigern, Scheuermilch und Zahnpasta finden. Durch ihre winzige Größe kommen sie oft an Wasserfiltern und Abwassersystemen vorbei und verschmutzen so die Ozeane.

Die Massenverschmutzung durch Plastik hat verheerende Folgen für die Meeresfauna- und flora. Studien zeigen, dass Fische im Nordpazifischen Ozean jedes Jahr 12 000 bis 24 000 Tonnen Plastik aufnehmen und dadurch fatale Wunden in der Darmregion erleiden. Dies transportiert Plastik ebenfalls die Nahrungskette hoch, gelangt in größere Fische, Meeressäuger und, durch Meeresfrüchte, in den Menschen. Eine Studie zeigte, dass ein Viertel aller Fische in kalifornischen Märkten Plastik in ihren Eingeweiden enthielten, meistens in Form von Mikrofasern. Dies hat schädliche Gesundheitsfolgen sowohl für Menschen als auch für Tiere. Giftige Chemikalien aus Plastik können im Blut und Gewebe von beinahe jedem gefunden werden. Dies kann zu Krebserkrankung, Geburtsdefekten, beeinträchtigter Immunität, Hormonstörung und anderen Erkrankungen führen. Denise Hardesty, Forscherin an der CSIRO, schloss, dass über 90% aller Meeresvögel Plastik im Bauch enthalten. Aktuelle Schätzungen ergeben, dass mindestens 267 Arten weltweit, einschließlich 84% der Meeresschildkröten, 44% aller Meeresvögel und 43% aller Meeressäuger, davon betroffen sind. Bei dem rasenden Tempo, in dem sich Plastik momentan verbreitet, wird es erwartet, dass Plastik alle Fische im Ozean bis 2050 überwiegt.

Zusammengefasst hat Plastik, welches in den Ozean eintritt, negative Folgen für die Umwelt aufgrund seiner Permanentheit, der schädlichen Folgen für Tierleben und andauernden Nebenwirkungen. Allerdings gibt es einige Maßnahmen, die dieses Problem verhindern können. Über 250 der größten plastikverbrauchenden Industrien, die 20% der Plastikverpackungen produzieren, engagieren sich für die Eindämmung der Abfallverschmutzung. Ein Beispiel dafür ist Nestlé’s neue Ankündigung, dass die Firma bis 2025 100% ihrer Verpackungen recycelbar machen wollen. Einige Regierungen nehmen das Problem auch selbst in die Hand, wie zum Beispiel das EU Parlament, welches einen Einmalverbrauch von Plastik verbietet, oder die USA, die einen Vertrag unterschrieben, der für die Reinigung des Ozeans sorgt. Seattle ist die erste Stadt in den USA, die Plastikstrohhälme und -besteck verboten hat. Dies sind nur einige der Initiativen, die ergriffen wurden. Nichtsdestotrotz gibt es nicht genug. Unser Planet braucht unsere Ozeane. Wie Generalsekretär Antonio Guterres sagt: „Refuse what you can’t reuse.“ oder: „Verweigere, was du nicht wiederverwerten kannst.“

Territorialkonflikte: Konflikte und Kollaborationen

von Minal Mirza

übersetzt von Tom Leier

Gemeinsame Ansprüche auf Süßwasserressourcen erzeugen internationale Streitigkeiten in verschiedenen Regionen der Welt. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit müssen sich mehrere Länder Wasserstellen teilen (die Wasserstellen von 261 Hauptflüssen werden derzeit von zwei oder mehr Ländern geteilt). Diese Situation führt zu Disputen, da die verschiedenen Regierungen erkennen, dass die Verfügbarkeit von Süßwasser die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen ihrer Länder beeinflusst, und diese Ressourcen zu monopolisieren suchen. Diese Ressourcen erzeugen nicht nur lebensnotwendiges Trinkwasser, sie werden auch zur Bewässerung und Energiegewinnung genutzt. Aufgrund der absoluten Notwendigkeit, der zunehmenden Knappheit und der ungleichen Verteilung zwischen den politischen Grenzen stehen die Ansprüche auf Süßwasserressourcen bei globalen Wasserkonflikten an vorderster Front.

Süßwasserflüsse, die über die internationalen Grenzen fließen, verursachen häufig Dispute, da einige Länder mehr Wasser als andere verwenden und es ergeben sich Fragen über die gerechte Verteilung des Wassers. Das Tigris-Euphrat-Becken ist ein solches Beispiel. Es besteht aus zwei Süßwasserflüssen, die ihren Ursprung in der Südtürkei haben, nämlich der Tigris und der Euphrat. Der Tigris fließt 32 Kilometer der türkisch-syrischen Grenze entlang, bevor er durch den Irak nach Süden fließt. Der Euphrat fließt in den Norden nach Syrien, bis er dann durch den Irak weiter fließt. Beide Flüsse treffen sich im Iran und bilden die Shatt Al-Arab, die nach Süden in den Persischen Golf fließt. Politischer Streit besteht seit Jahrhunderten in dieser Region. Ein rascher Bevölkerungszuwachs in den 1960er Jahren veranlasste jedes Land jedoch zur einseitigen Erschließung der Wasserressourcen. Von 1965 bis 1973 baute die Türkei den Keban-Damm in Südanatolien und Syrien den Tabqa-Damm. Trotz bilateraler Verhandlungen gab es bei der Eröffnung der beiden Staudämme 1973 keine formellen Vereinbarungen. Nachdem die Staudämme in Betrieb genommen wurden, verringerte sich der Wasserfluss im Irak erheblich und die Regierung verlangte ein Eingreifen der Arabischen Liga. Feindselige Äußerungen wurden zwischen Irak und Syrien ausgetauscht, und Syrien zog sich aus dem Ligakomitee zurück. Im Mai 1975 sperrte Syrien seinen Luftraum für irakische Flüge, und beide Länder positionierten Truppen an ihren Grenzen, als die politischen Spannungen zunahmen. Nach dem Eingreifen Saudi-Arabiens wurde die Situation entschärft, und beide Seiten kamen zu einer Einigung. Die Bedingungen dieses Abkommens wurden nie veröffentlicht, aber es wird spekuliert, dass Syrien 40% des Wassers im Euphrat durch sein Land fließen lassen darf, während 60% des Wassers durch den Irak nach Süden fließen dürfen. Gespräche wurden 1990 erneut geführt, als die Türkei den Fluss Euphrat für 30 Tage durch die Schließung des Atatürk-Damms unterbrach. Der Irak bestand darauf, dass die Türkei mindestens 500 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr nach Syrien bringen darf, aber die Verhandlungen wurden aufgrund des Ausbruchs des ersten Golfkriegs ausgesetzt. Die Verhandlungen nach dem Krieg konnten keine Einigung erzielen, und das Südöstliche Anatolien Projekt ist nach wie vor eine Quelle politischer Spannungen.

Ebenso gibt es Streitigkeiten über den Mekong Fluss in Vietnam zwischen China und den südostasiatischen Staaten Thailand, Vietnam, Kambodscha, Myanmar und Laos. Bis zu 60 Millionen Menschen sind direkt auf den Fluss angewiesen, um Trinkwasser, Nahrungsmittel und mineralstoffreiche Böden zu gewinnen, und sie unterstützen die landwirtschaftliche Industrie in Thailand und Vietnam, den weltweit größten Produzenten von Primärerzeugnissen wie Reis. Der Mekong Fluss erlebt derzeit die schwerste Dürre- und Salzgefahr seit 100 Jahren, die auf den Betrieb und den Bau von Megadämmen entlang des Flusses sowie die Wasserumleitung für landwirtschaftliche Zwecke zurückzuführen ist. China hat die Produktion von sechs großen Staudämmen in der Region abgeschlossen, die jährlich rund 15.000 Megawatt produziert, und es ist geplant, 15 kleine Landobjekte, die sich über den Fluss erstrecken, abzureißen. Diese Projekte verursachen Spannungen in der gesamten Region, da ein übermäßiger Dammbau negative Auswirkungen auf die Fischbestände hat und die Vorhersagbarkeit des Wasserflusses und die Abwärtsbewegung von Schlick für die Düngung landwirtschaftlicher Flächen verändert. Dies beeinflusst auch die Verfügbarkeit von Wasser an Orten wie dem Tonle Sap, dem größten Süßwassersee der Region. Ohne diplomatische Verträge könnte es in der Region zu stärkeren geopolitischen Spannungen und möglicherweise zu direkten Konflikten kommen. Die Spannung wird weiter verschärft, da sich der Klimawandel im gesamten Agrarasien als störend erweist. Ressourcenkonkurrenz und Wasserkriege könnten weiter verbreitet sein und größere politische Auswirkungen haben. Dies unterstreicht die Notwendigkeit multilateraler diplomatischer Bemühungen, den Streit friedlich zu bewältigen. Ein 1996 zwischen den südostasiatischen Anrainerstaaten unterzeichnetes Abkommen über die nachhaltige Entwicklung des Mekong-Beckens bietet einen Rahmen für die institutionalisierte Zusammenarbeit und legt fest, dass die Parteien einseitige Aktivitäten unterlassen sollten, die die Rechte und Entwicklungsinteressen der Nachbarn gefährden und die ökologischen Interessen der Region gefährden Nachhaltigkeit. Ein unter den betroffenen Staaten unterzeichneter diplomatischer Vertrag könnte jedoch Spannungen abbauen und die politische Stabilität in der Region gewährleisten. Die Einrichtung des Lancang-Mekong-Kooperationsmechanismus, an dem China und die Anrainerstaaten Südostasiens beteiligt sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie bietet allen Beteiligten eine dringend benötigte Plattform, um den aufkeimenden Konflikt aufzuhalten und die erforderlichen Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen für die betroffenen Gemeinden zu ergreifen.

Der Konflikt zwischen Israel und Palästina betrifft Land und das Wasser, das durch dieses Land fließt. Der Sechs-Tage-Krieg von 1967 hatte seinen Ursprung vermutlich in einem Wasserstreit (der Abzweigung des Jordans, der wichtigsten Trinkwasserquelle Israels). Im Krieg von 1967 erlangte Israel die ausschließliche Kontrolle der Gewässer des Westjordanlands und des Sees von Galiläa. Diese Ressourcen machen 60% des Süßwassers in Israel aus. Der Bergwasserleiter in dieser Region ist ebenfalls umstritten. Etwa 80% des Grundwasserstroms nimmt Israel auf, Palästina mit 20%. Israel behauptet, dass sich sein Wasserverbrauch seit den 1950er Jahren nicht wesentlich geändert hat und dass der Regen, der die Grundwasserleiter füllt, zufällig auf seine Seite fällt, aber das Wasser fließt nach unten. Die palästinensische Regierung behauptet, dass sie von einem kriegführenden Militär daran gehindert werden, ihre eigenen Wasserressourcen zu nutzen, wodurch Hunderttausende von Menschen gezwungen werden, Wasser von ihren Besatzern zu hohen Preisen zu kaufen. Darüber hinaus weist Israel seinen Bürgern, einschließlich derjenigen, die in Siedlungen im Westjordanland leben, die nach internationalem Recht als illegal gelten, drei- bis fünfmal mehr Wasser zu als den Palästinenser. Palästinenser sagen, dass dies ihre landwirtschaftliche Wirtschaft beeinträchtigt. In der Ära der arabisch-israelischen Friedensstiftung in den 1990er Jahren wurden Wasserrechte zu einem der komplexesten Diskussionspunkte. Sie wurden in den ,,Endstatus" der israelisch-palästinensischen Gespräche aufgenommen, die nie abgeschlossen wurden. Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Boutros Boutros-Ghali, sagte in den neunziger Jahren, der nächste Krieg im Nahen Osten werde sich um Wasser und nicht um Politik drehen. Die Nachfrage nach Wasser übersteigt das Angebot in dieser Region und mit steigenden Anforderungen erweist sich die Stromversorgung als nicht nachhaltig. Nach Ansicht von Experten könnten durch die Verbesserung der politischen Atmosphäre die Lieferungen aus den Nachbarländern gefördert werden, und Investitionen in die Entsalzung und andere technische Fortschritte sind von entscheidender Bedeutung. Solche Lösungen sind dringend erforderlich, da der Wasserbedarf der Nationen voneinander abhängig ist, die Ressourcen jedoch politische Grenzen überschreiten.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leben derzeit rund 1,2 Milliarden Menschen in Gebieten mit Wasserknappheit, und bis 2025 könnten zwei Drittel der Weltbevölkerung unter „wassergestressten Bedingungen“ leben. Daher ist es verständlich, dass es viele Konflikte und Ansprüche auf Süßwasserressourcen gibt. Untersuchungen des International Water Management Institute und der Oregon State University zeigen jedoch, dass Kooperationen mit Hunderten von grenzüberschreitenden Vereinbarungen und Verträgen auf der ganzen Welt wahrscheinlicher sind als Konflikte. Regierungen versuchen, Konflikte so weit wie möglich zu vermeiden, um ihre diplomatischen Beziehungen und regionale Interessen aufrecht zu erhalten, so dass die Verwendung von Vereinbarungen und Verträgen bei Streitigkeiten über Wasser sowohl üblich als auch wirksam ist. Weltweit gibt es mehr als 3.600 Wasserabkommen. Der Boundary Waters-Vertrag von 1909 zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada enthält beispielsweise Regelungen zur Verhinderung und Beilegung von Streitigkeiten über Grenzgewässer. Der Columbia River Vertrag ist ein Abkommen zwischen den USA und Kanada aus dem Jahr 1964 über die Entwicklung und den Betrieb von Staudämmen im oberen Columbia River-Becken. Der Vertrag von Zandhoven wurde 1833 zwischen den Niederlanden und Belgien unterzeichnet. Er hat Sonderregelungen für die Nutzung der Maas erlassen und zur Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen zwischen den Niederlanden und Belgien beigetragen.

In einer seltenen Demonstration regionaler Zusammenarbeit einigten sich Vertreter von Israel, Jordanien und der Palästinensischen Autonomiebehörde auf den Bau eines Wasserprojekts vom Roten Meer zum Toten Meer, von dem alle drei Nationen profitieren. Das Projekt befasst sich mit dem Süßwassermangel in der Region und dem schnellen Zusammenziehen des Toten Meeres. In Jordanien soll eine neue Entsalzungsanlage errichtet werden, um Salzwasser aus dem Roten Meer in Süßwasser für den Einsatz in Südisrael und im Süden von Jordanien umzuwandeln - jeder würde acht bis 13 Milliarden Gallonen pro Jahr erhalten. Im Rahmen des Abkommens wird Israel auch die jordanische Hauptstadt Amman mit acht bis 13 Milliarden Gallonen Süßwasser aus dem See Galiläa im Norden Israels versorgen, und die Palästinenser können bis zu acht Milliarden Gallonen Frischwasser von Israel kaufen . Der jordanische Direktor der Organisation, Munqeth Mehyar, sagte in einer Erklärung: ,,Was heute unterzeichnet wird, ist ein konventionelles Entsalzungsprojekt, allerdings mit regionaler Perspektive."

Aufgrund der Vitalität und Knappheit von Wasser sind Süßwasserressourcen sehr gefragt und erzeugen oft internationale Konflikte. Diese Konflikte können sich langfristig auf die politischen und diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern auswirken. Beispielsweise haben der Konflikt um das Tigris-Euphrat-Einzugsgebiet im Nahen Osten, den Mekong-Fluss in Vietnam und die Wasserstreitigkeiten zwischen Israel und Palästina jeweils zu Feindseligkeiten zwischen den beteiligten Ländern geführt, und Verträge müssen noch unterzeichnet werden. Untersuchungen zeigen jedoch, dass internationale Streitigkeiten über Wasser zunehmend mit diplomatischen Verträgen und bilateralen Abkommen gelöst werden, wie dies im Boundary Waters-Vertrag, im Columbia River-Vertrag, im Vertrag von Zandhoven und vor kurzem im Roten Meer-Wasserprojekt der Fall war.

Trinkwasser: Wie beeinflusst der Zugang zu Trinkwasser das tägliche Leben und die Geschlechterrollen in verschiedenen Regionen?

von Max Michael

übersetzt von Anja Scheller

Laut der Vereinten Nationen ist Wasser gleichermaßen eine Lebensnotwendigkeit und ein Menschenrecht, deshalb wird empfohlen als durchschnittlicher Mensch zwei Liter Wasser pro Tag zu trinken. Trotzdem haben 2,1 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser in ihrem Zuhause, während 4,5 Milliarden Menschen über keine sicheren sanitären Anlagen verfügen. Unzureichende Sanitäranlagen und schlechte Wasserqualität haben Lebens- und Bildungschancen weltweit negativ beeinflusst. Speziell Mädchen und Frauen in Ländern wie Libyen und Jemen, in denen es keinen leichten Zugang zu Trinkwasser gibt, sind gezwungen, jeden Tag meilenweit zu laufen, um ihre Familien mit sicherem Trinkwasser zu versorgen. Dieses Menschenrecht bzw. das Fehlen dessen beeinträchtigt die Sicherheit und Bildung von Mädchen weltweit.

Es wird viel mehr Zeit und Aufwand von Frauen und Mädchen aus weniger entwickelten Niedriglohnländern beansprucht als von Männern und Jungen aus der gleichen Gemeinschaft, während des Versuchs sicheres, trinkbares Wasser zu erreichen. Im Jahr 2005 hatten nur 16% der Menschen in Subsahara-Afrika Zugang zu Trinkwasser in ihrem Zuhause. Es herrscht nicht nur schlechter Zugang zu direkt trinkbarem Wasser, auch wenn eine Wasserquelle erreichbar ist, gibt es Risiken der Verschmutzung. Dies führt dazu, dass Familien ein Mitglied auf den Weg zum Wasserholen schicken müssen. Die Frauen in Asien und Afrika müssen durchschnittlich eine Strecke von 3,7 Meilen pro Tag laufen, was sich auf bis zu 15 Stunden Wegstrecke pro Woche summiert. Da die Wasserbeschaffung keine Familienaufgabe ist, liegt die Verantwortung gehäuft bei den Mädchen und Frauen der Gemeinschaften. Frauen über 15 Jahre sind die Hauptverantwortlichen. Tatsächlich ist es viermal wahrscheinlicher, dass sie -und nicht die Männer über 15 Jahre- das Wasser holen. In Benin verbringen junge Mädchen eine Stunde täglich mit dem Holen von Wasser, während Jungen nur 25 Minuten damit verbringen. Deshalb ist Wasserverfügbarkeit ein Thema der Geschlechtergleichheit, besonders in Entwicklungsländern. Zum Beispiel verbringen Mädchen und Frauen in afrikanischen Ländern, wie Mauretanien, Somalia, Tunesien und Jemen, durchschnittlich 200 Millionen Stunden damit, schwere Mengen an Wasser zu transportieren.

Der Mangel an leicht zugänglichem Wasser und sanitären Anlagen nimmt nicht nur die Zeit und Arbeit der Mädchen und Frauen in Anspruch, es verringert auch deren Bildungsrate und setzt sie einem höheren Risiko für Gewalt aus. In Tansania wäre die Anwesenheit von Mädchen in der Schule 12% höher, wenn diese 15 Minuten oder weniger von einer Wasserquelle entfernt wohnten, aber für Jungen würde sich die Anwesenheit nicht ändern. In Entwicklungsländern ist verschmutztes Wasser der häufigste Grund, aus dem Mädchen nicht zur Schule gehen. Wenn ein Kind die Entscheidung zwischen einem Beitrag zum Wohl der Familie und einer Schulbildung treffen muss, hat es oft keine Wahl und muss den Schulbesuch an einigen Tagen aufgeben. Sie verpassen nicht nur eine bessere Bildung, sondern erkranken auch aufgrund des unsicheren Wassers und dies führt dazu, dass im Jahr insgesamt 443 Millionen Schultage verpasst werden. Die fehlende Bildung führt insgesamt zu einer verringerten Chance auf ein höheres Einkommen im späteren Leben, ein häufiges Schicksal der Frauen, das zu Armut und Abhängigkeit von Männern führt. Studien haben gezeigt, dass eine Steigerung der Alphabetisierung von Frauen um 10% zu einer um 10% höheren Lebenserwartung und einem Wirtschaftswachstum von 0,3% führt. Gebildete Frauen nehmen auch häufiger an Entscheidungen der Gemeinschaft teil. Insgesamt hat die Bildung von Frauen Vorteile für alle in einer Gemeinschaft.

Das Fehlen von leicht zugänglichem Wasser verringert auch die sichere und hygienische Sanitärversorgung. 946 Millionen Menschen erledigen den Toilettengang im Freien. Neun von zehn dieser Personen leben in ländlichen Gegenden und ihre Toilettenbereiche sind von Bakterien übersäht. Diese Tatsache und mit Bakterien verseuchtes Wasser sind die Gründe für Durchfallerkrankungen, die jeden Tag fast 1000 Kinder töten. In Ländern wie Tschad und Niger sterben jedes Jahr 594 bzw. 485 von 100000 Kindern. Aber im Jahr 2015 hatten Indien und Nigeria die höchste Kindersterblichkeitsrate (42% der 499000 Todesfälle). Jährlich sterben 3,4 Millionen Menschen an einer Krankheit, die sie sich durch verschmutztes Wasser zugezogen haben. Es handelt sich um Krankheiten wie Trachom, eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Diese Krankheiten sind in entwickelten Ländern, die leichten Zugang zu trinkbarem Wasser und sicheren Sanitäranlagen haben, fast unbekannt. Es geht nicht nur um gesundheitliche Risiken, Mädchen müssen oft bis spät am Abend oder in der Nacht warten, um das Dorf zu verlassen und sich um Toilettengang oder Menstruation zu kümmern.

Die Vereinten Nationen arbeiten an der Erreichbarkeit von sauberem Wasser und Sanitäranlagen für alle. Es ist das Ziel Nummer 6: Den Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen für alle zu gewährleisten von den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen, die sie hoffen bis 2030 erreicht zu haben. Seit Jahren finden bei den Vereinten Nationen Konferenzen statt (wie die United Nations Water Conference 1977), in denen Wege und Möglichkeiten des sicheren Wassers für alle diskutiert werden. Seitdem (zwischen 1990 und 2015) hat sich der Anteil der Weltbevölkerung, der sauberes und sicheres Trinkwasser nutzt, von 76% auf 90% gesteigert. Um das Ziel zu erreichen, muss es eine ,,erhöhte Investition in das Management des Süßwasserökosystems und der Sanitäranalgen auf einer lokalen Ebene in mehreren Entwicklungsländern in Subsahara-Afrika, Zentralasien, Südasien, Ostasien und Südostasien geben”. Um diese Änderung herbeizuführen, investieren multilaterale Organisationen inklusive gemeinnützige und führende Organisationen aus dem Privatsektor in Projekte zum Bau und zur Reparatur von Brunnen. Indem die Brunnen näher an den Gemeinschaften entstehen, erhöht sich der Zugang zu Wasser und die Laufstrecken und mit Laufen verbrachte Stunden verringern sich enorm. Ein soziales Unternehmensmodell für ein von Frauen geleitetes Center in Nigeria hat kürzlich Technologien mit Solarpumpen errichtet. Dieses zeigte drastische Verbesserungen in der Verringerung der Zeit, die mehr als 6000 Frauen mit dem Holen von Wasser verbringen. Es führte außerdem erfolgreich zur Versorgung mit sicherem, besserem Zugang zu sauberem Trinkwasser für über 30000 Menschen, was wiederum zu einem wirtschaftlichen und sozialen Wachstum sowie besserer Gesundheit führte. Die Vereinten Nationen kämpfen kontinuierlich für Zugang zu sauberem Trinkwasser für Länder, die diesen nicht haben, denn ohne diesen Zugang verlieren Frauen und Mädchen das Recht auf ihre eigene Zeit und Bildung und sind den Risiken der Verunreinigung, die zum Tod führen, ausgesetzt.

Wasser als eine erneuerbare Ressource

von Minal Mirza & Isabella Marsibilio

übersetzt von Kanta Pürschel

Erneuerbare Ressourcen lassen sich natürlich gewinnen und können sich selbst durch wiederholte Prozesse oder Fortpflanzung wieder auffüllen. Oft wird Wasser – die wichtigste Ressource der Menschheit – als erneuerbar gesehen, da es sich durch den Regen-Zyklus immer wieder regenerieren kann. Diese Annahme kann aber nur auf kürzere Zeitspannen angewandt werden, da die Nachhaltigkeit von Wasser immer mehr in Frage gestellt wird. Durch die Effekte des Klimawandels wird die Welt in den nächsten Jahrhunderten erheblichen Mangel an Trinkwasser erleiden. Gerade einmal 0,3% des weltweiten Wasservorrats ist in Flüssen und Seen vorhanden und steht uns als Nutzwasser zur Verfügung. Es wird erwartet, dass diese Zahl durch ausgetrocknete Flüsse und industriellen Abfall, der die Umwelt kontaminiert, weiter zurückgehen wird. Damit eine Ressource als erneuerbar angesehen werden kann, muss sie sich genau so schnell regenerieren können wie sie auch konsumiert wird. Leider lässt sich dies nicht über das der Menschheit zur Verfügung stehende Frischwasser aussagen. Wasserreserven können der wachsenden Nachfrage nicht mehr lange standhalten und werden bald verschwunden sein. Um diesem entgegenzuwirken, versuchen Forscher Meerwasser zu benutzen, um Elektrizität zu gewinnen und Salzwasser durch Destillation trinkbar zu machen. Zurzeit wird 81% der in den Vereinigten Staaten konsumierten Energie durch fossile Brennstoffe erzeugt, die die Luft verpesten und zur globalen Erwärmung beitragen. Gut drei Viertel der Beiträge zur Klimaerwärmung in den USA im Jahr 2014 hingen mit der Energieproduktion zusammen. Entwicklungen in der Wasserkafttechnologie könnten den rapiden Anstieg der Temperaturen, sowie Dürren in mehreren Ländern verhindern, indem sie den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid reduzieren.

Hydrokraft bezeichnet den Prozess, Wasser zur Elektrizitätsgewinnung zu nutzen. Diese Anlagen, die sich auf dem Wasser befinden müssen, können durch Dampf, Flussbewegungen oder die Bewegung von Wasser in städtischen Rohrleitungen angetrieben werden. Elektrizität wird erzeugt, indem fließendes Wasser durch elektrische Generatoren geleitet wird. Der Fluss des bewegten Wassers bestimmt die Menge der verfügbaren Energie. Viele Wasserkraftwerke profitieren von mehreren Speichersystemen. In einigen Flusssystemen sind mehrere Kraftwerke hintereinander in einer Kaskade angeordnet, so dass die Energie des Wassers mehrmals genutzt werden kann, bevor es schließlich ins Meer fließt. Im Kraftwerk treibt das Wasser eine Turbine an, deren mechanische Energie im Generator in elektrische Energie umgewandelt wird. Wasserkraft ist eine sehr flexible Energiequelle, da das Wasser bis zu seiner Verwendung in den Behältern gespeichert werden kann. In den Vereinigten Staaten wird sowohl an den Niagara Fällen als auch am Columbia River ein "Run-of-River-System" verwendet. Wasser strömt durch eine Rohrleitung, die Kraft der Strömung drückt gegen Schaufeln, die mit einer Turbine verbunden sind, die einen Generator dreht und Strom erzeugt. Wasser sammelt sich in einem Speichersystem aus Stauseen, die durch Staudämme erzeugt werden und wird bei Bedarf zur Stromerzeugung freigesetzt. Der Hauptvorteil der Stromerzeugung durch Wasserkraft ist, dass sie keine Luftschadstoffe produziert und die geringsten Treibhausgasemissionen aller Technologien zur Stromerzeugung aufweist. Dies ist ein äußerst wichtiger Faktor, da die Stabilisierung der Treibhausgasemissionen heute eine der größten Umweltherausforderungen darstellt.

Neben den Fortschritten auf dem Gebiet der Wasserkrafttechnologie werden auch Wasserentsalzungsprozesse erforscht. Durch die Wasserentsalzung werden Salze und andere Mineralien aus Meerwasser und Abwasser abgetrennt, wodurch die Produktion von Trinkwasser aus einer Quelle ermöglicht wird, die ansonsten für den menschlichen Gebrauch nicht sicher wäre. Die Meerwasserentsalzung hat das Potenzial, zuverlässig genug Trinkwasser zu erzeugen, um große Populationen in Küstenregionen zu versorgen. In der Nähe der kalifornischen Küste befinden sich derzeit zahlreiche Meerwasserentsalzungsanlagen im Bau. Die Entwicklung solcher Entsalzungsprojekte wird in den kommenden Jahren für die Wassersicherheit von entscheidender Bedeutung sein, da die Verfügbarkeit von Süßwasser voraussichtlich zurückgehen wird. Diese Technologie ist jedoch energieintensiv und muss weiterhin erforscht werden, um die Effizienz zu verbessern und den Energieverbrauch zu senken.

Derzeit sind mehr als 25 Länder der Welt zu 90 Prozent ihrer Stromversorgung von Wasserkraft abhängig (99,3 Prozent in Norwegen), und 12 Länder sind zu 100 Prozent abhängig. Wasserkraft produziert in 65 weiteren Ländern einen großen Anteil an deren Strom und wird insgesamt von mehr als 150 Ländern genutzt. Kanada, China und die Vereinigten Staaten haben die größte Wasserkrafterzeugungskapazität. Idaho, Washington und Oregon in den Vereinigten Staaten beziehen den Großteil ihrer Elektrizität aus Wasserkraft. Die "National Hydropower Association" berichtet, dass die Erzeugung von Wasserkraft den Verbrauchern durch niedrigere Stromkosten zugute kommt, da die Preise nicht von unvorhersehbaren Schwankungen der Rohölpreise abhängen. Wasserkraft weist auch die niedrigsten nivellierten Stromkosten aller wichtigen fossilen Brennstoffe und erneuerbaren Energiequellen auf. Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie von "Navigant Consulting" und dem "American Council on Renewable Energy" sind die Kosten zudem niedriger als bei anderen energieeffizienten Optionen.

Entwicklungsländer planen, Stromerzeugung aus Wasserkraft massiv auszubauen, da sie dringend Strom und Bewässerung benötigen. Mit dem Einsatz von Wasserkraft nutzen solche Länder nicht nur ihre eigenen Ressourcen, statt sich finanziell zu übernehmen, sondern es ist auch nachgewiesen, dass Wasserkraft langfristig eine zuverlässigere Stromerzeugung mit niedrigem CO2-Ausstoß darstellt. Derzeit sind mehr als 620 Staudämme im Bau und in naher Zukunft sind 3.000 weitere geplant. Der größte Teil dieser Wasserkraftentwicklung findet in Lateinamerika und Asien statt. In Bezug auf die zukünftige Entwicklung in den USA ist die NHA der Ansicht, dass Wasserkraft die am meisten verfügbare, zuverlässigste, erschwinglichste und nachhaltigste Energiequelle des Landes ist. Grundvoraussetzung ist nur das Vorhandensein von bewegtem Wasser, seien es Flüsse, Ströme oder Gezeiten. Forbes Berechnungen zeigen, dass das derzeitige Niveau der weltweiten Wasserkraftentwicklung Investitionen in Höhe von 3 Billionen US-Dollar erfordert, um bis Mitte des Jahrhunderts etwa 60 Billionen Kilowattstunden Strom erzeugen zu können. Dies würde Bewässerungswasser und ausreichend Energie zur Verfügung stellen, um fast eine Milliarde Menschen aus bitterer Armut zu befreien, und würde vermeiden, dass 50 Milliarden Tonnen Kohlenstoffemissionen in die Atmosphäre gelangen.

Fortschritte in der Technologie wie Wasserkraft und Entsalzung sind von wesentlicher Bedeutung für die zukünftige Sicherheit der Wasserversorgung. Bei steigenden Temperaturen aufgrund der globalen Erwärmung wird erwartet, dass Süßwasserressourcen langsam verdunsten. Zusammen mit einer wachsenden Weltbevölkerung könnten die kommenden Jahre von schwerem Wassermangel geprägt sein. Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Entsalzungsprojekten könnten jedoch die Auswirkungen der Süßwasserknappheit abmildern. Diese Projekte würden es Ländern ermöglichen, Trinkwasser aus Meeren, Seen und Grundwasser zu gewinnen. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Wasserkraftanlagen die Abhängigkeit der Welt von fossilen Brennstoffen für die Energieerzeugung verringern und eine ökologisch nachhaltigere Alternative bieten.

Wasser und Gesundheit in aller Welt

von Celine Wooning

übersetzt von Zoë O’Reilly

Der Zugang zu sauberem Wasser ist für die Gesundheit der Menschen sehr wichtig. Jedes Jahr sterben zwei Millionen Menschen an einer durch Wasser übertragenen Durchfallerkrankung, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. 2.000 Kinder unter fünf Jahren sterben jeden Tag an Krankheiten, die durch schmutziges Wasser verursacht werden. Obwohl die Zahl der durch Wasser übertragenen Krankheiten in den letzten zwei Jahrzehnten von 1,2 Millionen im Jahr 2000 auf 460.000 im Jahr 2016 zurückgegangen ist, stellt sie immer noch eine große Bedrohung für hunderttausende von Menschen dar. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation könnten, wenn alle Menschen auf der Erde Zugang zu sauberem Wasser hätten, fast 10% aller weltweiten Krankheiten verhindert werden. Im Jahr 2010 erkannten die Vereinten Nationen, dass der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ein Menschenrecht ist. Um die Anzahl der Menschen, die Zugang zu verbesserten Wasserquellen haben, zu erhöhen, haben die Vereinten Nationen im September 2015 "Clean Water and Sanitation" zu ihrem sechsten Ziel für nachhaltige Entwicklung erklärt. Bis 2030 planen sie einen universellen Zugang zu sauberem Wasser und verbesserter Hygiene. Darüber hinaus planen sie die Menge an Abfallprodukten, die in die Wasserquellen gelangen, zu verringern.

Malaria und durch Wasser übertragene Krankheiten, einschließlich Cholera, Dysenterie und Typhus, werden am häufigsten in Gegenden mit schlechten sanitären Einrichtungen verbreitet, in denen die Wasserquelle durch pathogene Bakterien aus Wasserüberlauf, landwirtschaftlichem Abfluss oder verschmutztem Regenwasser verseucht wurde. Seit dem Jahr 2010 beziehen aber 89% der Bevölkerung Wasser aus verbesserten Wasserquellen, wodurch das Wasser nicht durch Bakterien und andere potenziell schädliche Substanzen verunreinigt wurde. Es gibt jedoch immer noch 780 Millionen Menschen, die kontaminiertes Wasser regelmäßig zum Baden, Trinken, Kochen und Reinigen verwenden. 24% der Menschen, die in ländlichen Regionen in Ecuador leben, trinken verschmutztes Wasser, weil sie keinen Zugang zu guten Wasserquellen haben. Infolgedessen sind 21% der ecuadorianischen Kinder im Wachstum zurückgeblieben und 18% untergewichtig. Der Zusammenhang zwischen nicht verbesserter Wasserqualität und einer hohen Rate an durch Wasser übertragenen Krankheiten zeigt sich in Bangladesch wo 80% der getesteten Wasserhähne E. coli-Bakterien und andere schädliche Bakterien und Chemikalien enthielten. In Bangladesch sind 24% aller Todesfälle auf durch Wasser übertragene Krankheiten zurückzuführen.

70% der Menschen, die keinen Zugang zu sicher verwalteten sanitären Einrichtungen haben, leben in ländlichen Gebieten, verglichen mit 30% der Menschen, die ohne diese Einrichtungen in städtischen Gebieten leben. Die Mehrheit der Menschen in Zentralasien, Lateinamerika und Afrika, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, verfügen über begrenzte oder nicht verbesserte Hygienesysteme. Es wird geschätzt, dass etwa 15% der Weltbevölkerung keine sanitären Einrichtungen hat. Die meisten Menschen, die ohne sie leben, befinden sich in Afrika südlich der Sahara und in Zentral- und Südasien. Die Länder mit der niedrigsten Anzahl von verbesserten sanitären Einrichtungen sind Äthiopien, der Tschad und Madagaskar, in denen weniger als 10% der Bevölkerung Zugang zu verbesserten sanitären Anlagen haben. In Äthiopien haben seit 2015 nur 7,1% der Bevölkerung Zugang zu verbesserten sanitären Einrichtungen infolge schwerer Dürreperioden. Aufgrund der Dürreperioden ist es für Äthiopier sehr schwierig, Zugang zu sauberem Trinkwasser zu erhalten, und sie müssen kontaminiertes Wasser von kleinen, stehenden Teichen, die sie mit Tieren oder anderen Wasserinsekten an der Oberfläche teilen, benutzen, was zu höheren Krankheitsraten führt. Im Gegensatz dazu verfügen 100% der Bevölkerung von Ländern wie den Vereinigten Staaten, Japan und Katar über effiziente Sanitärsysteme. Die Länder mit niedrigerer Anzahl verbesserter sanitärer Einrichtungen weisen infolge dieser Krankheiten bedeutend höhere Raten an Todesfällen auf, die durch Wasser übertragene Krankheiten verursacht wurden.

Nach Anerkennung, dass der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen im Jahr 2010 ein Menschenrecht ist, widmen die Vereinten Nationen das sechste Ziel der “Sustainable Development Goals” (Ziele der nachhaltigen Entwicklung) die Unterschiede beim Zugang zu sauberem Wasser zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu verringern. Sie haben dies getan, indem sie den Zugang zu Toiletten, Waschbecken und Abfallentsorgungseinrichtungen verbessert haben. Die Regierungen verschiedener Länder und viele Organisationen haben ebenfalls Priorität auf die Verbesserung des Zugangs zu sauberem Wasser gesetzt und arbeiten mit der UNO zusammen, um sicherzustellen, dass alle Zugang zu sauberem Wasser und verbesserten sanitären Einrichtungen haben. Die Regierung des Südsudan hat solarbetriebene Pumpen gebaut, die täglich 40.000 Liter sauberes Wasser fördern und so den Zugang zu sauberem Wasser in einer der Regionen mit der niedrigsten Verbesserung der Abwasserentsorgung und verfügbarem Wasser zu verbessern. In Bangladesch hat die Weltbank 43 Milliarden US-Dollar gespendet, um die Anzahl der Menschen, die in Regionen, in denen die Grundwasserleitungen mit Arsen kontaminiert sind, Zugang zu sauberem Wasser haben, zu erhöhen. Leider sagen UN-Berater der WHO und UNICEF trotz der Bemühungen, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Zugang zu verbesserter Wasser- und Abwasserentsorgung weltweit bis 2030 erreicht wird.

Wassermangel

von Anna Bianco

übersetzt von India Leier und Chiara Anton

71% der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Der jährliche Regenfall beträgt etwa 100 cm. Trotzdem wird die Diskussion über die mangelnde Verfügbarkeit von Wasser fortgesetzt. Wasserknappheit liegt vor, wenn die Wassermenge nicht ausreicht, um den Bedarf an frischem Wasser zu decken. Eingeschränkter Zugang zu sauberem Wasser kann auf physische Wasserknappheit zurückzuführen sein, wenn nicht ausreichend natürliches Wasser aus der Erde zur Verfügung steht. Eine andere Art von Knappheit ist die ökonomische Wasserknappheit. Landwirtschaftliche Aktivitäten wie die Ernte- und Nahrungsmittelproduktion können sich auf die Menge des zugänglichen Wassers auswirken, da in der Landwirtschaft der Wasserverbrauch hoch ist.

Trockene Gebiete der Welt, wie Wüsten oder Trockengebiete, sind meistens mit physischem Wasserstress verbunden, das heißt, wenn die Wasserressourcen eines Landes für seine Bedürfnisse nicht ausreichen. In letzter Zeit hat jedoch eine zunehmende Anzahl von Regionen zugenommen, in denen physische Wasserknappheit durch menschliche Aktivitäten verursacht wird. Ein hervorragendes Beispiel für eine reichlich verwaltete Wasserquelle ist das Colorado River-Becken in den Vereinigten Staaten. Nicht nur 70% oder mehr des Wassers fließen in die Bewässerung von 3,5 Millionen Hektar Ackerland, sondern auch der Fluss versorgt 30 Millionen Menschen in sieben US-Bundesstaaten und Mexiko. Dies führt gleichzeitig zu ernsthafter Wasserknappheit.

500 Millionen Menschen leben in Entwicklungsländern wie Jemen, Libyen und Jordanien, wo sich die Wasserknappheit schnell verschlechtert. Jemen, eines der vielen Länder, in denen eine Wasserkrise herrscht, steht nach Schätzungen vor der Annahme, dass der Hauptstadt Sanaa in zehn Jahren das Wasser ausgehen könnte. Fast 1,2 Milliarden Menschen leben in Gebieten mit physischem Wasserstress, wo das Wasser aus ökologischen Gründen begrenzt ist. In allen diesen Regionen sind Umweltzerstörungen, Umweltverschmutzung und ein Rückgang der Grundwasservorräte zu verzeichnen. Insgesamt ist der Wassermangel aufgrund von physischen, wirtschaftlichen oder institutionellen Zwängen bereits für ein Drittel der Weltbevölkerung ein Problem.

Wasserknappheit ist kein Problem der Menge der Wasserressourcen auf der Erde, sondern eher mit der ungleichen Verteilung von Wasser, die uns zur Verfügung steht. Die Landwirtschaft, der größte Wassernutzer der Welt, der für etwa 70% der weltweiten Wasserverbrauchsentwürfe verantwortlich ist, steht in ständigem Wettbewerb mit Haus-, Industrie- und Umweltnutzungen um eine Wasserversorgung. In den letzten 100 Jahren ist der Wasserstau auf das 1,7-fache der Bevölkerung gestiegen. 27 Länder widmen mehr als 90% ihres Wasserentzugs der Landwirtschaft und acht Länder sogar mehr als 95%. FAO Water erwähnt: ,,Die Landwirtschaft macht fast 70 Prozent aller Wasserentnahmen aus und in manchen Entwicklungsländern bis zu 95 Prozent." Ein Beispiel ist eine in Kalifornien ansässige Fallstudie zum Thema „unkluge Nutzung natürlicher Ressourcen“. Landwirte bohren und pumpen Milliarden Liter Wasser aus den Böden und Brunnen in einem Tempo, das das Grundwasser schnell erschöpft, eine Ressource, die bereits extrem begrenzt war vor der Dürre. Während die Bohrungen in ganz Kalifornien fortgesetzt werden, werden die Folgen der Übernutzung des Grundwassers deutlich. Wassertische sind in nur wenigen Jahren um 50 Fuß oder mehr gefallen. Die Oberfläche des Landes sinkt während des ganzen Jahres um einen Fuß, weil weniger unterirdisches Wasser vorhanden ist, um es zu erhalten. Dies führt dazu, dass Straßen einbrechen und Brücken in zwei Teile brechen. Brunnen, die nicht zu tief sind, beginnen auch zu versiegen.

Die Landwirtschaft ist nicht nur eine der Hauptursachen, sondern kann auch ein Opfer von Wasserknappheit sein. Der Anbau des Bodens für den Anbau von Feldfrüchten ist ein großer Teil der Landwirtschaft, der angesichts des Wassermangels gefährdet ist. Ohne Wasser sind die Landwirte nicht in der Lage, ihre Ernte richtig zu pflegen und können daher unsere schnell wachsende Bevölkerung nicht ernähren. Laut einem neuen UN-DESA-Bericht wird die Weltbevölkerung bis 2050 voraussichtlich 9,7 Milliarden Menschen erreichen. Je nach Ernährung benötigen Menschen „2000 bis 5000 Liter Wasser, um die täglich von einer Person konsumierten Nahrungsmittel zu produzieren.“ Es wird vorausgesagt, dass die Weltbevölkerung 10 Milliarden Menschen bis 2050 erreichen wird, somit wird ein Anstieg der Ernährungsnachfrage um mehr als 50% erwartet. Angesichts des kontinuierlichen Wachstums der Einnahmen und der internationalen Ernährungsumstellung ist es wahrscheinlich, dass sich die Nachfrage nach Lebensmitteln bis zum Jahr 2050 verdoppeln könnte. Forscher geben an, wenn das derzeitige Konsumverhalten anhält, könnte die Weltbevölkerung bis 2025 zu zwei Dritteln in wassergefährdeten Gebieten und in wassergestressten Industrien leben.

Darüber hinaus ist der Wasserverbrauch in der Landwirtschaft weltweit der mit Abstand größte und eine der Hauptursachen für die Wasserverschmutzung. Unhaltbare landwirtschaftliche Wassergewohnheiten, die oben angegeben sind, wirken sich bereits auf die Nachhaltigkeit von Gemeinschaften aus, die sowohl von Wasser als auch von der Landwirtschaft abhängig sind. Zu den Beispielen für nicht nachhaltige Wassergewohnheiten gehören die Bewässerung und der Abbau von unterirdischen Aquiferen. Wenn der Boden aufgrund der schlechten Verteilungsgleichmäßigkeit immer zu stark bewässert wird, kann dies zu einer Wasserverschmutzung führen. Wenn die Wasserproduktivität nicht steigt, würde sich auch der landwirtschaftliche Wasserverbrauch verdoppeln.

Angesichts all der gewinnbringenden Anforderungen dieser natürlichen Ressource wie industrieller Landwirtschaft, Hygiene usw. ist es für viele schwierig, sich eine Zukunft vorzustellen, in der 9 Milliarden Menschen (bis 2050) diese einfachen Bedürfnisse problemlos befriedigen können.